Sklaven, Piraten, Touristen: Weltmeere als Schauplätze kultureller Begegnungen

Interdisziplinäre Konferenz zu maritimen Mobilitäten am 1. und 2. Februar 2016 an der Universität Wien

Seit der Neuzeit haben maritime Mobilitäten – von den Konquistadoren bis zu den aktuellen Flüchtlingsströmen über das Mittelmeer – die globale Entwicklung mitbestimmt.

Universität WienIm Rahmen der interdisziplinären Konferenz „Maritime Mobilities: Critical Perspectives from the Humanities“ am 1. und 2. Februar 2016 diskutieren ExpertInnen diese Praktiken und Diskurse aus kultur-, literatur- und geschichtswissenschaftlicher Sicht. Den Eröffnungsvortrag hält Gesa Mackenthun von der Universität Rostock.

Maritime Mobilitäten – wie Millionen von versklavten und verschifften Menschen aus Afrika eindrucksvoll belegen – bestimmen die Entwicklung des globalen Kapitalismus und (post)kolonialer Beziehungen. „Sklaven, Piraten, Touristen: Weltmeere als Schauplätze kultureller Begegnungen“ weiterlesen

Tagung zu interkontinentalen Schiffspassagen im 19. Jahrhundert

Am Beispiel interkontinentaler Schiffspassagen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert gehen die Teilnehmer eines Hengstberger-Symposiums im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg (IWH) der Frage nach, welche soziokulturelle Bedeutung solche Phasen des Transits haben und welche Rolle sie in Globalisierungsprozessen spielen. Rund 30 Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen werden zu dieser Veranstaltung vom 4. bis 6. April 2013 an der Ruperto Carola erwartet. Organisiert wird die Tagung „Being In Transit – Shipboard Travel and its Role in Nineteenth-Century Globalization“ von Privatdozent Dr. Roland Wenzlhuemer vom Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“.

„Globalisierungsprozesse basieren im Kern auf den überregionalen Bewegungen von Menschen, Dingen oder Informationen. Prozesse dieser Art bildeten bereits in der Vergangenheit die Grundlage für globales Handeln und haben sich zum Beispiel in Form von Handel oder Wissenstransfer manifestiert. Wenig Beachtung in der Forschung fand bisher die Tatsache, dass solche Bewegungen üblicherweise mit einer ausgeprägten Phase des Transits und des Übergangs einhergehen“, erläutert Roland Wenzlhuemer. Im Rahmen des Hengstberger-Symposiums werden die Teilnehmer diskutieren, inwieweit die langen Transitzeiten von Schiffen Globalisierungsprozesse beeinflusst haben. Dies soll, so der Historiker, aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt werden: Es geht sowohl um Luxusreisen als auch um die Verschiffung von Strafgefangenen oder Flüchtlingsschiffe während des Zweiten Weltkriegs.

Dr. Wenzlhuemer gehört zu den Hengstberger-Preisträgern 2012. Der Klaus-Georg und Sigrid Hengstberger-Preis wird jährlich an drei Nachwuchswissenschaftler oder Wissenschaftlerteams der Universität Heidelberg vergeben. Mit der Preissumme von jeweils 12.500 Euro erhalten junge Forscher die Möglichkeit, ein interdisziplinäres wissenschaftliches Symposium am IWH durchzuführen.

Weitere Informationen zu der Tagung sind unter http://www.asia-europe.uni-heidelberg.de/en/news-events/news/detail/m/symposium-being-in-transit.html zu finden.