Sklaven, Piraten, Touristen: Weltmeere als Schauplätze kultureller Begegnungen

Interdisziplinäre Konferenz zu maritimen Mobilitäten am 1. und 2. Februar 2016 an der Universität Wien

Seit der Neuzeit haben maritime Mobilitäten – von den Konquistadoren bis zu den aktuellen Flüchtlingsströmen über das Mittelmeer – die globale Entwicklung mitbestimmt.

Universität WienIm Rahmen der interdisziplinären Konferenz „Maritime Mobilities: Critical Perspectives from the Humanities“ am 1. und 2. Februar 2016 diskutieren ExpertInnen diese Praktiken und Diskurse aus kultur-, literatur- und geschichtswissenschaftlicher Sicht. Den Eröffnungsvortrag hält Gesa Mackenthun von der Universität Rostock.

Maritime Mobilitäten – wie Millionen von versklavten und verschifften Menschen aus Afrika eindrucksvoll belegen – bestimmen die Entwicklung des globalen Kapitalismus und (post)kolonialer Beziehungen.

Auch heute sind die Weltmeere Schauplätze globaler Ungleichheiten und Machtbeziehungen, vom so genannten „Massengrab Mittelmeer“, in dem jährlich tausende Menschen auf der Flucht nach Europa untergehen, über die Verschmutzung und Überfischung der Ozeane bis hin zu den Luxuskreuzfahrtschiffen, auf denen ArbeitsmigrantInnen reichen TouristInnen gegenüber stehen. Flüchtlinge und Schlepper, ÖkoaktivistInnen und industrielle Schifffahrt, somalische Piraten, Grenzschützer und Wasserrettung treffen aufeinander und erzeugen durch mediale Diskurse ein Feld konfligierender Praktiken von Mobilität.

Die Konferenz „Maritime Mobilities: Critical Perspectives from the Humanities“ hat zum Ziel, diese Praktiken und Diskurse in Geschichte und Gegenwart kritisch zu untersuchen.

Mehr als dreißig internationale WissenschafterInnen beleuchten die facettenreiche Welt maritimer Mobilitäten sowie deren Repräsentationen in unterschiedlichen Textformen und Medien – vom Comic zum Film, von der Fotografie zum Jugendbuch – aus verschiedenen disziplinären Blickwinkeln.

Die beiden Hauptvorträge kommen von der renommierten Amerikanistin Gesa Mackenthun (Universität Rostock) sowie von der Soziologin und Leiterin des „Center for Mobilities Research and Policy“ Mimi Sheller (Drexel University, USA).

Ergänzt wird das Programm durch eine Filmpräsentation des deutschen Dokumentarfilmers und Journalisten Klaus Martens, der seinen Film „Albtraum im Fischerboot: Afrikas Flüchtlinge und Europas Fischereipolitik (gezeigt in englischer Fassung) kommentieren wird und für ein Publikumsgespräch zur Verfügung steht.

Die Tagung findet im Rahmen des FWF-Projektes „Negotiating Crisis and Legitimacy: Atlantic American Narratives of Piracy, 1678-1865“ und in Kooperation mit der Forschungsplattform „Mobile Kulturen und Gesellschaften“ der Universität Wien statt.

Interdisziplinäre Konferenz „Maritime Mobilities: Critical Perspectives from the Humanities“
Zeit: Montag, 1. Februar 2016, 10 Uhr, bis Dienstag, 2. Februar 2016, 18 Uhr
Ort: Unterrichtsraum des Instituts für Anglistik und Amerikanistik, Spitalgasse 2, Hof 8, 1090 Wien

Facebook Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.